Weil Du mir so fehlst – Geschichten von Leben und Tod | Schreibwettbewerb

Gerne weise ich euch auf einen Wettbewerb hin, bei dem ich wohl mitmachen werde.

»Da ist das Loch. Mitten in uns. Der geliebte Mensch verschwunden, und wie aus einem Vulkan schleudern aus unserem schwarzen inneren Krater heiße Gefühle hinauf.

WettbewerbslogoManchmal so eruptiv, dass man sich festhalten möchte und dass die Tränen verdampfen. Andere werfen mit Kraft in den Abgrund ihr ’Warum’, hoffend auf Echo. Aber nichts fällt, es bleibt wolkenleicht vor der Stirn, verhängt die Gedanken und denkt gar nicht daran hinabzustürzen. Einige von uns werden deshalb wütend, andere können nur noch: einatmen – ausatmen. Nichts weiter.«

Es gibt soviele Schattierungen der Trauer, erzählt uns davon. Erzähle wie Du es erlebt hast und auch was Dir half. Vielleicht ist Deine Geschichte für andere Trost.

Start ist am Totensonntag den 26. November 2017 bis Frühlingsanfang 20. März 2018

Hier lang geht es zu den Teilnahmebedingungen.
Weitere Infos gibt es hier: Bitte → klicken.

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Von abgefahrenen Zügen

Leider erst gestern habe ich vom Geschichtenwettbewerb erfahren, den Fatima Vidals Verlag ausschreibt. Freund M. arbeitet bereits am Buchcover.

Als zugfahrende Frau hätte ich gewiss etwas zu erzählen gehabt. Ich denke an Pendlergeschichten à la Bänz Friedli, denke an die Zug-Anthologie Im Nachtzug nach Wien und ich denke an meine nicht wenigen Blogartikel, die ich bereits zum Zugfahren geschrieben habe.zug abgefahren Da hätte sich doch bestimmt etwas machen lassen, sinniere ich. Vielleicht hätte ich sogar mal wieder eine meiner Voller Einsatz-Geschichte schreiben können, wie ich sie früher eine Weile gesponnen habe? Oder gar ein dadaistisches Gedicht? Ich überlege vor mich hin und erzähle auch dem Liebsten vom Wettbewerb. Gib ihm ein paar Wörter und das Künstlerhirn fängt an zu arbeiten. Sofort entwickelt er vor meinen Augen und Ohren einen witzigen Plot.
Mach doch auch mit!, sage ich.
Mal schauen, sagt er.
Da wusste ich allerdings noch nicht, dass der Wettbewerb gestern Anmeldeschluss hatte.

Wettbewerben begegne ich ambivalent. Zum einen verdanke ich meine erste Veröffentlichung – und vielleicht indirekt auch alle nachfolgenden? – einem Wettbewerbspreis. Acht Jahre ist das nun her. Zum andern finde ich es immer sehr ambivalent, zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Gut, wenn ich einen Schreibauftrag bekomme, schreibe ich auch zu einem bestimmten Thema, doch da es sich dort immer um Sachartikel handelt, die mit Recherchearbeiten einhergehen, liegt der Fall anders. Das eine ist Handwerk, das andere ist Kunst. Und ja, eine gute Geschichte zu schreiben ist Kunst. Wer etwas anderes behauptet, hat noch nie eine gute Geschichte geschrieben und noch nie eine schlechte gelesen.

Die Frau im Zug also … Dass ich nicht mitmachen werde, hat diesmal nicht die Muse entschieden. Gut so, da kann ich ja wieder schreiben, was ich will …

Sowasaberauch oder wo ist die versteckte Kamera?

Das Telefon klingelt. Eine deutsche Nummer, die mein Adressbuch nicht kennt. Werbeanruf, denk ich und nehme mit einem knappen Hallo? ab, wie ich es eh meistens tue. Ausser, wenn ich die Nummer erkenne natürlich.

– Hallo, hier Blablub aus Baden-Baden, mein Name ist XY. Spreche ich mit Frau Sofasophia?
– Ja, richtig …
– Sie haben bei unserm Foto-Wettbewerb mitgemacht. Ich habe Ihnen eben eine Mail geschickt. Sie gehören zu den Gewinnern.
– (ich schlucke leer, der Klumpen im Hals bleibt hängen und mein Räuspern ist bis nach Baden-Baden hörbar) Das freut mich sehr, danke.
– Ihr Bild wurde mit sechs andern aus um die 12’000 Bildern ausgewählt. Davon drei erste Preise, zu welchen ihres auch gehört.
– Oh, das kann ich ja kaum glauben! Ich habe am letzten Tag mitgemacht und gedacht, dass ich doch sowieso keine Chance habe.
– Umso schöner, dass Sie mitgemacht haben. Sie werden übrigens auch ein Preisgeld erhalten und das Bild wird in der nächsten Nummer unserer Zeitschrift veröffentlicht. Wir brauchen darum von Ihnen noch einen kleinen Text über Sie selbst und wie das Bild entstanden ist.

Noch während des Anrufs lade ich die Mail aufs Fon und leite sie an Irgendlink weiter. Er hat es mir schließlich eingebrockt mit seinem Gedrängel.
Mach doch einfach mit. Was kannst du schon verlieren?, sagte er damals.

slower than his shadow_auss

Und jetzt? Okay, ja, ich freu mich sehr. Sogar sehrsehr. Gut, das Bild würde ich heute anders machen. Die Idee mit der Montage finde ich noch immer selbst ziemlich genial, doch die Ausführung … naaa ja … aber okay.

Es ist, wie es ist. Perfekt gibt es nicht. Weder im Leben noch in der Kunst. Und fertig auch nicht. Alles ist in Veränderung.

Schön finde ich, dass das Bild mit Langsamkeit zu tun hat … Zum Bild? Bitte hier klicken …